SCU I: Schon wieder selbst geschlagen!

Sonntag 10.09.2017, 03. Spieltag, Bezirksliga Staffel 2
SC Uckerath – TuRa Oberdrees 2:3 (2:2)

Aufstellung:
Milicki – Eck, Einheuser, Le.Gashi, Schulz (54. Demir) – Li.Gashi, Ha.Eryigit, Klinaku (76. Stange), Stricker (58. Hü.Eryigit), Krethen – Hühnerberg

Tore:
0:1 (5.), 1:1 Hühnerberg (8.), 2:1 Stricker (12.), 2:2 (14.), 2:3 (51.)

Dem Sieg in Niederkassel wollte man zuhause den nächsten Dreier gegen Aufsteiger Oberdrees folgen lassen. Personell hatten Edon Klinaku und Niklas Krethen ihre Verletzungen überstanden und rückten für Sebastian Kossack und Fatih Macit in die Startelf, die stattdessen ausfielen. Zusätzlich stand Tim Schulz für Adem Demir in der Anfangsformation. Der Rest blieb zunächst unverändert gegenüber der Vorwoche. Die Partie hatte noch gar nicht richtig begonnen, da gab es aber schon die kalte Dusche für den SCU. Ein leichtsinniger Ballverlust in der Defensive mit anschließendem Schuss aus spitzem Winkel ins kurze Eck hatte gleich mehrere SCU Verteidiger und Keeper Milicki ganz schlecht aussehen lassen. Doch der Schock war schnell verdaut. Der SCU übernahm das Kommando über die Partie und kam gegen hoch stehende Gäste scheinbar spielend leicht zu Torchancen. So legte zunächst Torsten Stricker für Markus Hühnerberg ab, der aus kurzer Distanz den Ausgleich besorgte. Nur wenig später schickte Lindit Gashi Torsten Stricker auf die Reise, der mit seinem vierten Saisontor die Partie binnen weniger Minuten wieder drehte. Doch auch hier währte die Freude nicht lange. Ein erneuter leichtsinniger Ballverlust im Spielaufbau leitete einen Gegenstoß ein, der nur mit einem Foul an der Strafraumgrenze unterbunden werden konnte. Den anschließenden Freistoß aber zirkelte der Gästeakteur unhaltbar für Fabio Milicki in den Winkel. Keine Viertelstunde gespielt und schon vier Treffer. Die Anfangsphase war bereits eine Achterbahnfahrt. Aber insbesondere für den SCU war dieses Ergebnis äußerst ärgerlich, denn beide Gegentreffer waren regelrechte Geschenke. Es war also für die restliche Zeit wieder alles auf Anfang gestellt. Der SCU kontrolliere von nun an das Geschehen, kam immer wieder durch lange Bälle problemlos hinter die Abwehr. So war auch Markus Hühnerberg nach langem Ball auf und davon und traf allein vorm gegnerischen Keeper nur die Latte. Wenig später ein weiterer schöner Spielzug über die rechte Seite. Die anschließende Hereingabe von Torsten Stricker vollendete schließlich Niklas Krethen am langen Pfosten. Zunächst der Jubel über die erneute Führung und dann plötzlich doch die Entscheidung des Schiedsrichters auf Abseits. Der Assistent an der Linie hatte die Fahne unten gelassen und kein Abseits angezeigt und auch der Schiedsrichter hatte zunächst auf Tor entschieden. Aber nach Protesten der Gäste hielten beide nochmal Rücksprache und entschieden letztlich auf kein Tor. Dennoch hatte zu diesem Zeitpunkt eigentlich niemand das Gefühl man würde an diesem Tag nicht als Sieger vom Platz gehen, war man dem Gegner bis dahin doch überlegen gewesen.

Doch wie es im Fussball so ist, kam es anders. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel wieder eine kalte Dusche. Eine Ecke konnte nicht entscheidend geklärt werden und die anschließende Flanke köpften die Gäste zur erneuten Führung. Auch beim bereits achten Gegentreffer in drei Spielen verteidigte man wieder mal viel zu passiv. In der vergangenen Rückrunde hatte man in 11 von 15 Spielen maximal einen Treffer kassiert, jetzt in allen drei bisherigen Partien immer mindestens zwei. Da nützt es derzeit auch nicht viel, wenn man offensiv mehr Chancen zu verzeichnen hat als noch letztes Jahr. Vor allem nicht wenn man diese immer wieder leichtfertig vergibt. Die komplette restliche zweite Hälfte verbarrikadierte Oberdrees sich nun vor dem eigenen Kasten und der SCU versuchte irgendwie sich Torchancen herauszuspielen. Dies klappte auch das eine oder andere Mal, doch die drückende Überlegenheit konnte aufgrund der mangelnden Chancenverwertung wieder nicht in Tore umgemünzt werden. Die besten Gelegenheiten hatten Adem Demir, Max Einheuser oder Niklas Krethen. Am Ende ging man dementsprechend als Verlierer vom Platz und ließ erneut viele fragende Gesichter zurück wie man diese Partie verlieren konnte. Die Gäste waren bisher der deutlich schwächste Gegner gewesen, doch der SCU hatte sich mal wieder durch unnötige Gegentore selbst geschlagen. Damit hat man jetzt nach drei Spielen schon zwei Niederlagen auf dem Konto, obwohl man in allen drei Partien die bessere Mannschaft war. Am kommenden Sonntag muss man nun zum Topfavoriten auf den Aufstieg nach Spich. Leichter wird es sicherlich nicht. Zumindest werden Christoph Binot, Fatih Macit und Sebastian Kossack zurück erwartet. Die restlichen Verletzten werden noch weiter ausfallen. Trauriger Randeffekt war leider das Auftreten des Schiedsrichters. Dabei war die Leistung an sich eigentlich sehr solide und hatte keinen großen Einfluss auf das Ergebnis. Das absolut arrogante Auftreten und mangelnde Fingerspitzengefühl hatte jedoch bei beiden Teams für Unmut gesorgt. So zeigte er ganze 16 Mal die gelbe Karte (9x SCU, 7x Oberdrees). Wer jetzt an eine intensive Partie mit vielen Fouls denkt, liegt aber falsch. Stattdessen waren über die Hälfte der Karten nicht mal für Foulspiel, sondern völlig überzogene Karten wegen angeblichen Meckerns. Wenn man jetzt noch im Hinterkopf hat, dass die selbe Person in der Vorwoche sogar 18x Gelb in einem Spiel gezeigt hat, dann kommt vielleicht auch der Gedanke auf, dass nicht nur die Spieler schuldig an einer solchen Kartenflut sind. Im Sinne des Fussballs wäre zu wünschen, dass man da zukünftig etwas mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legt und nicht sofort den gelben Karton zeigen muss, weil man dem Schiedsrichter nach dem Halbzeitpfiff nicht noch persönlich den Ball vorbei gebracht und in die Hand gegeben hat oder in einer anderen Situation sich nach einem Foul zu der Aussage “Das ist doch kein Foul” hinreißen ließ (wie bei einem Uckerather bzw. Oberdreeser Spieler geschehen). Abgesehen davon war die Leistung an sich eigentlich sogar sehr ordentlich. Daher ist es doch sehr schade, dass der Umgang und das Miteinander auf dem Platz einen bitteren Beigeschmack hatten.