SCU I: Mysteriöse Entscheidungen kosten gleich mehrfach den Sieg.

Sonntag 27.05.2018, 28. Spieltag, Bezirksliga Staffel 2
SC Uckerath – SV Wachtberg 2:2 (1:0) 

Aufstellung:
Milicki – Peil (46. Demir), Einheuser, Le.Gashi, Kaptein (60. Xanthopoulos) – A.Binot, Li.Gashi, Foukis, Stricker, Krethen – Hühnerberg (70. Stange)

Tore:
1:0 Krethen (45.), 2:0 Hühnerberg (47.), 2:1 (66., Handelfmeter), 2:2 (83.)

Während dem SCU in den verbleibenden drei Spielen noch ein Punkt bis zum Klassenerhalt fehlt, kämpfen die Gäste als Tabellenzweiter noch um den Aufstieg in die Landesliga. Doch schon im Hinspiel konnte man dem Gegner ein Unentschieden abringen und wollte dies heute mindestens auch wieder tun. Dass die zahlreichen Zuschauer an diesem Sonntag wohl eins der seltsamsten Spiele der letzten Jahre zu sehen bekommen würden, war aber so sicher nicht zu erwarten gewesen. Doch eins nach dem anderen. Im Vergleich zum letzten Spiel gab es drei Veränderungen beim SCU. Thorben Peil ersetzte den verletzten Torsten Ballnus sowie Alex Binot seinen beruflich verhinderten Bruder Christoph. Torsten Stricker erhielt zudem den Vorzug vor Dominik Stange, um noch mehr Überlegenheit bei hohen Bällen zu erzwingen. Mit einem kompakten 4-5-1 wollte man den Gästen keine Luft zum atmen geben – und das sollte funktionieren. Völlig ideenlos präsentierte sich der Favorit und konnte sich nicht mal ansatzweise in Schussposition bringen. Stattdessen setzte der SCU immer wieder Nadelstiche. Den ersten Warnschuss gab Markus Hühnerberg ab, der den Torhüter im kurzen Eck prüfte. Hühnerberg war es auch wenig später, der Niklas Krethen in Szene setzte, welcher das Leder aber aus kurzer Distanz am Tor vorbeischob! Da hätte es schon klingeln müssen. Kurz darauf war es dann auch Torsten Stricker, der mit einem Schuss am Außennetz scheiterte. Die Wachtberger blieben weiterhin harmlos. Lediglich ein Freistoß zwang Milicki im Kasten zu einer Parade. Auf der Gegenseite dann schon die zweite Großchance für den SCU. Nach einem langen Ball war plötzlich Ioannis Foukis frei durch und legte den Ball am herausstürmenden Keeper vorbei. Doch der Wachtberger Abwehrspieler hatte Geschwindigkeitsvorteile und rettete in letzter Sekunde bevor Foukis aufs leere Tor einschieben konnte. Fast mit dem Pausenpfiff dann aber doch die längst überfällige Führung. Nach einem Ballgewinn von Niklas Krethen konnte dieser noch ein paar Meter bis zum Sechzehner durchstarten, um dann das Spielgerät mit ordentlich Tempo in die linke Ecke zu zimmern. Eine völlig verdiente Pausenführung, die auch hätte höher ausfallen müssen.

Dafür legte der SCU dann unmittelbar nach dem Seitenwechsel nach. Einen langen Ball verlängerte Torsten Stricker in den Lauf von Markus Hühnerberg, der die Nerven behielt und zum 2:0 einschoss. Ioannis Foukis hätte kurz darauf beinahe sogar weiter erhöht, aber scheiterte am gegnerischen Torwart. Und die Wachtberger? Die verloren langsam den Glauben an sich selbst, denn weiterhin waren Chancen Mangelware. Und so brauchte es nach 65 Minuten eine äußerst seltsame Schiedsrichterentscheidung, um den Gästen wieder Leben einzuhauchen. Aus der Distanz von einem Meter schoss ein Wachtberger Adem Demir den Ball an den angelegten Arm und der Schiedsrichter entschied überraschend auf Handelfmeter. Es sollte nicht die letzte seltsame Entscheidung gewesen sein und bei weitem nicht die Seltsamste. Wachtberg nahm das Geschenk dankend an und verwandelte zum Anschluss. Jetzt plötzlich glaubten die Gäste wieder an sich und stemmten sich gegen die Niederlage. Erst landete ein Schuss am Außenpfosten, wenig später musste Fabio Milicki in höchster Not klären, nachdem er den Schuss zuvor abprallen hatte lassen und die Situation somit noch mal scharf gemacht hatte. Auch kurz darauf war es noch zwei Mal Fabio Milicki, der mit zwei Paraden die Führung hielt. In der 84. Minute war er dann aber auch machtlos, als die SCU Abwehr sich nach einem langen Ball verschätzte und der Wachtberger aus spitzem Winkel zum Ausgleich traf. Bis zum Ende der regulären Spielzeit sollte dann nicht mehr viel passieren. Aber jetzt wurde es erst richtig kurios. Zunächst zeigte der Schiedsrichter unfassbare 6 Minuten Nachspielzeit an, obwohl es gar keine längeren Spielunterbrechungen gegeben hatte. Selbst 3 Minuten wären schon fast zu viel gewesen, aber 6 Minuten entbehrte sich jeder Grundlage. Die Gäste warfen nun alles nach vorne und jetzt wurde es erst richtig dramatisch. Nach einem Konter liefen Max Einheuser und Niklas Krethen in einem 2 vs 1 auf den Keeper zu und Niklas Krethen verwandelte den darauffolgenden Querpass zum umjubelten 3:2. Doch das Schiedsrichtergespann hatte etwas dagegen. Abseits soll es beim Pass gewesen sein! Äußerst fraglich. Doch wer dachte es könnte nicht mehr bitterer kommen, sah sich komplett getäuscht. Es lief die 96., die letzte, Spielminute (dachte man) und die Wachtberger hatten nun mittlerweile für ihre letzte Chance alles nach vorne geworfen, doch der SCU konnte den Ball abfangen und lief nun mit 4 Spielern (!!!) allein von der Mittellinie auf den Torhüter zu. Dieses Mal ließ auch das Zuspiel von Chris Xanthopoulos auf Niklas Krethen keine Abseitszweifel mehr aufkommen, doch gerade als Niklas Krethen das Leder aufs leere Tor einschieben wollte, pfiff der Schiri die Aktion wegen Foulspiels (!) ab! Und zwar soll 50m entfernt, in einer komplette spielfernen Situation, Max Einheuser seinem Gegenspieler in die Hacken gelaufen sein. Jetzt fiel hier fast jeder vom Glauben ab und diese Nachspielzeit war einfach nur Wasser auf die Mühlen eines jeden Verschwörungstheoretikers. Nach diversen Zuschauerverweisen, die natürlich berechtigte Emotionen zeigten, wurde das Spiel dann in der 99. Minute fortgesetzt. Doch wer dachte es wäre jetzt Ende, da die 6 Minuten Nachspielzeit ja schon vor der Unterbrechung rum waren, sah sich getäuscht. Die Anzeigetafel musste mittlerweile wieder bei 0 beginnen, da die utopische Zeit selbst für die Uhr zu viel waren. Nach 4 weiteren Minuten wurde dann das Spiel in der 103. Minute (!) beim Stand von 2:2 abgepfiffen. Zieht man die 3 Minuten Unterbrechung nach dem aberkannten Tor ab, hatte man eine Netto-Nachspielzeit von 10 Minuten, obwohl es während der regulären 90 Minuten kaum eine Unterbrechung gegeben hatte. So musste der SCU sich am Ende mit einem Punkt begnügen, obwohl ein Sieg hochverdient gewesen wäre. Trotzdem reicht das Unentschieden nach diesem Spieltag zum Klassenerhalt, da man nun bei zwei verbleibenden Spielen mit 6 Punkten Vorsprung und einem Torverhältnis von +26 auf den ersten Abstiegsplatz in die letzten Partien geht. Bitter ist das aber sicherlich für Wachtbergs Aufstiegskontrahenten Hertha Rheidt, denen Wachtbergs geschenkter Punkt am Ende vielleicht sogar noch den Landesliga-Aufstieg kosten könnte. Für den SCU geht es in einer Woche nun zum Tabellennachbarn aus Oberkassel, wo man die Serie von 5 Spielen ohne Niederlage mit einem Sieg weiterführen möchte.