SCU I: Last-Minute Niederlage bei gelangweiltem Sommerkick.

Sonntag 03.06.2018, 29. Spieltag, Bezirksliga Staffel 2
FV Oberkassel – SC Uckerath 2:1 (1:0) 

Aufstellung:
Milicki – Peil, C.Binot, Le.Gashi, Kaptein – A.Binot, Li.Gashi, Foukis (53. Xanthopoulos), Stricker (60. Stange), Krethen – Hühnerberg

Tore:
1:0 (43.), 1:1 Le.Gashi (85., Handelfmeter), 2:1 (90+2)

Nur unglücklich knapp verpasst hatte man in der Vorwoche einen Sieg gegen den Tabellenzweiten Wachtberg. Dementsprechend sollte es nun am letzten Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn FV Oberkassel mit dem ersehnten Dreier klappen. Aufgrund der starken Leistung der Vorwoche gab es auch keinen Grund die Startformation zu ändern. Lediglich Christoph Binot kehrte für den verletzten Max Einheuser in die Startelf zurück. Zuletzt war der SCU 5 Mal in Folge unbesiegt geblieben und da auch die Oberkasseler 4 Mal in Folge keine Niederlage einstecken mussten, konnte man durchaus von einem attraktiven und spannenden Spiel sprechen. Was sich an diesem sommerlichen Sonntag aber auf dem Rasen abspielte, war eher genau das Gegenteil. Torchancen waren Mangelware und beide Teams spielten zunächst äußerst uninspiriert. Vielleicht lag es am ungewohnten kleinen Naturrasen der Oberkasseler, dass der SCU so überhaupt nicht in die Partie fand. Anders war das nach der starken Leistung der Vorwoche nicht zu erklären. Torsten Stricker prüfte nach einem langen Einwurf mal den Keeper des OFV und auch Christoph Binot köpfte mal knapp drüber. Aber diese beiden Szenen kann man nur mit gutem Willen zu echten Torchancen zählen, genau wie zwei Kopfbälle der Gastgeber auf der Gegenseite. Ansonsten herrschte über weite Strecken gähnende Langeweile. Nur kurz wurde es einmal turbulent, als ein missglückter Abstoß des Oberkasseler Keepers bei Ioannis Foukis landete, der Markus Hühnerberg schickte, welcher allein vorm Torhüter aber drüber zielte. Das wars dann aber auch schon mit Torgefahr im ersten Durchgang. Umso überraschender dann die Führung der Gastgeber kurz vor der Pause. Ein Freistoß aus dem Halbfeld war eigentlich schon geklärt worden, doch die Gastgeber brachten das Leder wieder rein, wo der Stürmer des OFV per Direktabnahme zur Führung traf. Anhand der kaum vorhandenen Torchancen auf beiden Seiten sicherlich überraschend, aber dennoch nicht unverdient, denn auch wenn die Gastgeber ebenfalls kaum Gefahr ausstrahlten, so hatten Sie zumindest die optische Feldüberlegenheit.

Im zweiten Durchgang wurde es nur mäßig besser. Und das auch nicht, weil der SCU sich nun gegen die Niederlage stemmte, sondern viel mehr weil die Gastgeber kurz nach der Pause zwei gute Gelegenheiten hatten, bei denen Fabio Milicki gut klärte bzw. der Angreifer bei einer weiteren Szene eine Hereingabe am langen Pfosten knapp vorbei setzte. Das wars dann aber auch wieder für lange Zeit mit Torraumszenen. Oberkassel musste aber auch nicht zwingend liefern, führten sie ja. Aber vom SCU kam einfach viel zu wenig. Sehr viele ungewohnte Fehlpässe und schläfriges Zweikampfverhalten führten an diesem Tag sicherlich zu einer der schlechtesten Saisonleistungen. Es lief schon die Schlussphase als Niklas Krethen mit einem Kopfball den Oberkasseler Keeper prüfte und doch noch Hoffnung auf einen möglichen Endspurt aufkommen ließ. Und tatsächlich sollte noch der Ausgleich gelingen. Allerdings war dazu ein strittiger Handelfmeter notwendig, der in etwa genauso fragwürdig war, wie der, der vergangene Woche den Wachtbergern zugesprochen wurde. Aus kurzer Diszanz an den angelegten Arm geschossen war sicherlich kein zwingender Handelfmeter. Leart Gashi war es egal und er vollendete zum schmeichelhaften Ausgleich. Dass es aber trotzdem nicht für den Punktgewinn reichte, war symptomatisch für diesen Sonntag. Viel zu lässiges Zweikampfverhalten sorgte dafür, dass gleich mehrfach die Chance verpasst wurde das Leder zu klären. So konnte ein Oberkasseler am Sechzehner in Schussposition gebracht werden, der mit seinem verunglückten Schussversuch aber genau seinen Mitspieler in Szene setzte, welcher aus kurzer Distanz einschob. Zu diesem Zeitpunkt lief schon die zweite Minute der Nachspielzeit und besiegelte somit die Niederlage. Diese war sicher unglücklich aufgrund des Zeitpunktes, aber definitiv verdient. Das war an diesem Tag einfach viel zu wenig. Wieder war man seinen großen Leistungsschwankungen erlegen, die sich schon durch die ganze Saison ziehen und zur Folge haben, dass man das Saisonziel unter die Top5 zu kommen, dieses Jahr nicht mehr erreichen wird. Bezeichnend dafür, dass man diese Saison gegen die Abstiegskandidaten und Teams aus dem unteren Tabellendrittel nur 15 von 30 möglichen Punkten holte. Hätte man mal mehr Konstanz gezeigt und hier nur 10 Punkte mehr geholt, wäre man ganz oben mit dabei gewesen. So zeigen eben nur manche Spiele, wie z.B. vergangene Woche gegen Wachtberg, dass in dem Team so viel Potenzial steckt zu den TopTeams der Liga zu gehören. Dass man es eigentlich aber deutlich besser kann als heute, kann und sollte man nun im letzten Spiel der Saison noch einmal zeigen. Mit dem FC Hertha Rheidt erwartet man dann den Tabellenführer, der mit einem Sieg den Aufstieg in die Landesliga perfekt machen möchte. Der SCU aber wird keine Geschenke verteilen und wie gegen Wachtberg seinem Gegner alles abverlangen, auch weil man den schwachen Auftritt von heute wieder wettmachen und vor heimischer Kulisse schon einen Fingerzeig für die kommende Saison geben möchte.