SCU I: Krise spitzt sich zu.

Sonntag 15.04.2018, 23. Spieltag, Bezirksliga Staffel 2
SC Uckerath – SSV Lommersum 0:2 (0:2) 

Aufstellung:
Hambitzer – Ballnus, C. Binot, Le.Gashi, Stricker (59. Doktorczyk) – Einheuser, Foukis (80. Becker), Stange (53. Xanthopoulos), Krethen – Hühnerberg, Klinaku

Tore:
0:1 (14.), 0:2 (31.)

Nach der dürftigen Vorstellung und der damit verbundenen Niederlage gegen den Abstiegskandidaten Troisdorf in der vergangenen Woche stand nun das Heimspiel gegen das Schlusslicht aus Lommersum auf dem Plan. Die Chance also es dieses Mal besser zu machen. Personell rückte dazu Ioannis Foukis für den angeschlagenen Chris Xanthopoulos wieder in die Startelf und Niklas Krethen kehrte nach seinem Urlaub für Sebastian Kossack zurück ins Team. Schon früh nach Anpfiff bestätigte sich die Vermutung was an diesem Tag auf das Team zukommen würde. Die Gäste standen tief und sehr kompakt, der SCU hatte den Ballbesitz und die Aufgabe das Bollwerk zu knacken. Damit tat man sich allerdings sichtlich schwer und musste zudem stets auf der Hut sein, dass die vereinzelten Angriffe der Lommersumer nicht doch plötzlich gefährlich wurden. Dabei agierte man dann zunehmend fahrlässig und spielte den Gästen schlichtweg in die Karten. Nachdem bei einer Gästeecke schon ein Akteur sträflich allein gelassen wurde und nur knapp per Kopf scheiterte, war es bei der darauf folgenden Ecke dann doch geschehen. Gleich 4 Uckerather schafften es nicht einen einzigen Lommersumer am Kopfball zu hindern, der die frühe Gästeführung besorgte. Dabei agierten allesamt derart passiv, dass der Stürmer nicht einmal wirklich hochspringen musste. Das Worst Case Szenario hatte man sich damit also schon früh eingebrockt: Die zuvor schon tief stehenden Gäste gingen nach einer Standardsituation in Führung und machten die Aufgabe für den SCU nun damit noch schwieriger als ohnehin schon. Auch in der Folge blieb man nach vorne harmlos. Die Gäste hatten kaum Mühe den SCU vom Tor fernzuhalten. Stattdessen legten diese noch einen nach. Ein langer Einwurf in den Sechzehner reichte, um die Führung auszubauen. Der SSV Stürmer durfte den Ball seelenruhig mit dem Rücken zum Tor annehmen, sich drehen und einschießen. Tore schießen leicht gemacht. Vorne vollkommen harmlos, hinten totale Passivität. Lommersum machte das Beste aus ihren bescheidenen Mitteln und das reichte an diesem Tag problemlos gegen einen indisponierten SCU zu einer 2:0 Halbzeitführung.

Auch im Hinspiel hatte man nach einer katastrophalen Halbzeit zurückgelegen und dann im zweiten Durchgang aber ein ganz anderes Gesicht gezeigt. Die Hoffnung war also da, das heute doch noch umbiegen zu können. Vor allem als schon kurz nach der Pause Markus Hühnerberg einen ersten Warnschuss abgab und den Keeper zu der ersten Parade des Spiels zwang. Aber ein Startschuss war es nicht wirklich. Weiterhin fehlten komplett die Ideen und die Laufbereitschaft um Überraschungsmomente zu haben. Trotzdem konnte man ab und zu dann doch durch die technische Überlegenheit zeigen, wie es gehen könnte. Nach einer guten Kombination war schließlich plötzlich Ioannis Foukis frei vorm Gästekeeper, aber zog aus kurzer Distanz den Kürzeren. Da war es wieder das leidige Problem. Nicht dass man ohnehin völlig katastrophal spielte, auch die mangelhafte Verwertung von Großchancen verhinderte im wöchenlichen Deja Vu ein besseres Ergebnis. So war es dann auch ein Schuss von Max Einheuser aus kurzer Distanz, den der Torhüter zu entschärfen wusste. Diese beiden Großchancen waren aber auch das Einzige was der SCU an diesem Tag zu Stande brachte. In den letzten Minuten mussten die Gäste dann noch zwei stramme Hereingaben von Christian Becker und Edon Klinaku in höchster Not klären, die eigentlich nur eine Erwähnung finden, weil es sonst kaum gefährliche Situationen gab. Zwar hatte auch Lommersum bis auf einen Konter in der Nachspielzeit fast gar keine Offensivaktionen, aber letztendlich fuhren die Gäste mit drei Punkten nach Hause. Und das ist völlig verdient, wenn der SSV die Uckerather Geschenke dankend annimmt und man die Torchancen des  SCU stattdessen an einer Hand abzählen konnte. Zwar hätte man wieder ein besseres Ergebnis erzielen können, wenn man die wenigen Torchancen genutzt hätte, doch die Spielweise an sich sorgt für viel größere Sorgenfalten. Nicht nur dass man völlig ideenlos und fahrlässig auftrat, auch die zunehmende Resignation innerhalb der Mannschaft war besorgniserregend. Ein Aufbäumen war nicht zu erkennen, stattdessen hielt man sich mit Nebenschauplätzen auf. Ein Verhalten was man vielleicht noch tolerieren könnte, wenn man sich in den letzten Saisonspielen um die goldene Ananas befinden würde. Doch davon ist man noch weit entfernt. Zwar beträgt das Polster auf die Abstiegszone noch 7 Punkte, aber bei noch 7 ausstehenden Spielen wird die derzeitige Punktzahl nicht ausreichen. Dass man dabei fast ausnahmslos auf Teams aus dem oberen Tabellendrittel trifft, macht die Sache noch bedrohlicher. Tritt man nämlich weiter so lethargisch auf, rutscht man plötzlich doch noch in den Abstiegskampf, den man die bisherige Saison eigentlich souverän vermieden hat. Beim nächsten Gastspiel in Bornheim ist daher ein komplett anderes Gesicht gefragt, auch weil man dort sicherlich noch deutlich mehr gefordert wird, als dies heute Lommersum tat.