SCU I: Der Last-Minute Fluch hält an…

Sonntag 30.09.2018, 06. Spieltag, Bezirksliga Staffel 2
SV Wachtberg – SC Uckerath 2:0 (0:0) 

Aufstellung:
Milicki – Ballnus, S.Weber, Hermanni, Ademi – N.Stange (82. Doktorczyk), Li.Gashi, Xanthopoulos, Stricker (46. Kilian), Hühnerberg – Becker

Tore:
1:0 (90.), 2:0 (90+1)

Auch wenn zuletzt die Leistung der 1. Mannschaft stimmte, blieben die Punkte meistens aus, weil man entweder Spiele aufgrund unnötiger Fehler plötzlich aus der Hand gab oder in den Schlussminuten vom Pech verfolgt war. So findet man sich nun schon früh in der Saison im Abstiegskampf wieder, obwohl man auch problemlos im Tabellenmittelfeld hätte stehen können. Ausgerechnet vor dem schweren Duell beim Vizemeister SV Wachtberg nahm die ohnehin schon angespannte Personalsituation nun dramatische Züge an. Gerade einmal 11 Feldspieler standen zur Verfügung, von denen einige Spieler erkrankt oder angeschlagen waren und bestenfalls gar nicht hätten spielen sollen. So zog sich nicht nur Torhüter Jochen Sehl auf der Bank das Feldspieler-Dress über, sondern auch Mike Doktorctyk, der aufgrund seiner Knieprobleme schon seit über einem halben Jahr keinen Ball mehr am Fuß hatte. Doch wie es oftmals im Fussball ist, wuchs die dezimierte Truppe in der angespannten Lage über sich hinaus. Gegen den Favoriten zeigte man eine sehr engagierte Defensivleistung. Kompakt in der eigenen Hälfte agierend, machte man den Wachtbergern das Leben schwer. Diese hatte sichtlich Mühe das Bollwerk zu knacken. Zwar hatten sie ein hohes Maß an Ballbesitz, aber bis auf ein paar ungefährliche Torabschlüsse neben oder über den Kasten von Fabio Milicki kam nicht viel zustande. Der SCU dagegen fand offensiv so gut wie gar nicht statt, hielt aber hinten die Null, sodass es mit einem eher unspektakulären Remis in die Kabinen ging.

Dort musste zu allem Überfluss auch noch Torsten Stricker verletzt passen, sodass Leon Kilian sein Debüt für den SCU feierte. Im zweiten Durchgang zeichnete sich fast das selbe Bild ab wie im ersten Spielabschnitt. Doch eben nur fast. Denn jetzt wurde der SCU mutiger und hatte bei einigen Kontersituationen gute Gelegenheiten in Führung zu gehen. Zunächst ging ein Schuss von Xanthopoulos nur knapp vorbei, wenig später köpfte Niklas Stange eine Flanke über das Tor. Wachtberg brauchte lange um sich Chancen zu erspielen, denn der SCU verteidigte gut. Es lief schon die Schlussviertelstunde als es dann zwei Mal Fabio Milicki zu verdanken war, dass es weiterhin 0:0 stand. Auf der anderen Seite konnte dann auch der Wachtberger einen Schuss von Chris Xanthopoulos knapp entschärfen. In den letzten Minuten warf der SCU weiterhin alles in die Waagschale um den verdienten Punkt zu retten. Doch wie schon in zwei anderen Spielen der Saison hatte der Fussballgott wieder kein gutes Ende für den SCU geplant. Es lief schon die letzte Minute der regulären Spielzeit, als ein Wachtberger auf Außen trotz Doppeldeckung flanken konnte. Den halbhohen Ball boxte Fabio Milicki aus dem 5-Meter Raum, aber genau in die Füße eines völlig frei stehenden Wachtbergers, der von der Strafraumgrenze das Leder in der unteren Ecke versenkte. Es war wie verhext. 90 Minuten lang schafft es der SCU zum wiederholten Male den Rückstand zu vermeiden, aber fängt sich dann doch jedes Mal in der Schlussminute den Gegentreffer. Da der Schiedsrichter für die Nachspielzeit nur 1 Minute vorgesehen hatte, warf man für die letzte Chance alles nach vorne. Es sollte nichts mehr einbringen. Stattdessen hatte der Gastgeber keine Mühe gegen die aufgerückte Hintermannschaft das 2:0 mit dem Schlusspfiff nachzulegen. Es war bereits der sechste Gegentreffer in dieser Saison, den man in den Schlussminuten kassierte. Ganze 5 Punkte gingen so schon verloren, mit denen man sonst im sicheren Mittelfeld stehen würde. Da die ganze Mannschaft auf dem Zahnfleisch gehend an Ihre Grenzen gegangen war, ist ein solches Ende natürlich gleich doppelt bitter. Jetzt gilt es möglichst schnell die heutige Last-Minute Niederlage (sowie die gegen Oberkassel und Mondorf) aus den Kleidern zu schütteln. Denn nächste Woche steht beim Aufsteiger RW Merl schon früh in der Saison ein kleines Entscheidungsspiel an. Die Gastgeber stehen mit drei Punkten Vorsprung einen Platz vor dem SCU auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz. Ein Sieg ist also Pflicht, möchte man nicht die restliche Hinrunde im Tabellenkeller festhängen.