Auf den Punkt gebracht #4

Heute möchten wir euch die vierte Ausgabe unserer Interview-Reihe “Auf den Punkt gebracht” präsentieren. Unsere 1. und 2. Seniorenmannschaft steckt jeweils im Tabellenkeller fest. Gerade für die “Irschte Reserve” ist 2016 ein rabenschwarzes Jahr. Wir sprachen mit Kapitän Michael Wagner über die möglichen Gründe und die aktuelle Lage. Viel Spaß beim Lesen.

SCU: “Hallo Waggi. Du stimmst mir mit Sicherheit zu wenn ich behaupte, dass 2016 ein richtiges Seuchenjahr für Dich und die “Irschte Reserve” ist, oder? Nach der Herbstmeisterschaft vor knapp einem Jahr ging es kontinuierlich bergab. Bist Du froh wenn das Jahr rum ist? Oder glaubst Du nicht an so etwas?”

Michael: “Hallo Mario. Da muss ich leider zustimmen, aber wenn es nach mir geht könnte das Jahr ruhig noch etwas andauern. Wir sind gerade wieder auf einem guten Weg.”

SCU: “Sieben Siege aus saisonübergreifend 27 Spielen konnten gerade einmal eingefahren werden. Diese Saison blieb es bisher bei den Heimsiegen über SV Öttershagen, TuS Winterscheid und TuS Birk. Wie erklärst Du Dir den plötzlichen Leistungseinbruch nach der erfolgreichen Hinrunde im letzten Jahr? Nagt das nicht auch am Selbstbewusstsein?”

Michael: “Das nagt ganz sicher am Selbstvertrauen und ist auch schwer zu erklären. Nach der Herbstmeisterschaft ist uns irgendwie die Anspannung und somit auch das Tempo im Training verloren gegangen. Wir haben uns einfach nicht weiterentwickelt, im Gegenteil. An das zu langsame Tempo in Trainingsspielen hat sich jeder einzelne gewöhnt und das hat sich auch auf unsere Spiele übertragen. In Meisterschaftsspielen ging es deutlich schneller zu. Zu schnell für uns. Die Folge waren unnötige Ballverluste und schlechte Zweikampfführung. Wir waren nicht wach genug, waren nicht mehr bereit diesen einen Schritt mehr zu machen. Ich könnte jetzt noch viel mehr ins Detail gehen, aber das würde den Rahmen sprengen.”

SCU: “Mit nominell 25 Spielern ist der Kader in seiner Breite für eine 2. Mannschaft nicht schlecht aufgestellt. Wenn man dann aber mittwochs und freitags beim Training vorbeischaut, bekommt man schnell den Eindruck der Kader würde nur aus 10-15 Mann bestehen. Ist das ein Resultat des anhaltenden Misserfolgs? Oder vielleicht auch gerade ein Grund dafür? Einen gesunden Konkurrenzkampf um die Stammplätze stelle ich mir so jedenfalls schwierig vor.”

Michael: “Naja, als wir noch fast jedes Spiel gewonnen haben, war die Stimmung natürlich deutlich euphorischer, jeder hat sich aufs Training gefreut, wir waren fast immer 20 Mann und es war Feuer drin. Ich denke aber nicht, dass die Trainingsbeteiligung nur wegen den Misserfolgen so stark nachgelassen hat. Dazu ist unser Team viel zu charakterstark. Verletzungen sowie private Gründe haben einen großen Teil dazu beigetragen. Darunter leidet dann natürlich auch der Konkurrenzkampf.”

SCU: “Du sprichst es an: Einige Spieler sind verletzungs- und berufsbedingt ausgefallen. Auch in dieser Saison war vom Armbruch, über Muskel- bis hin zu Kreuzbandverletzungen alles dabei. Du selbst hast 4 Wochen an einer Bänderdehnung laboriert und warst zum Zuschauen verdammt. Als Du wieder fit wurdest, konntest Du nicht gleich wieder nahtlos an die vorherige Leistung anknüpfen. Da braucht es viel Geduld.”

Michael: “Ja leider, ich bin ja nun schon im fortgeschrittenen Fussballeralter und irgendetwas schmerzt oder zwickt immer. Aber gerade nach längeren Verletzungspausen fällt es, zumindest mir, schwer wieder rein zu kommen. Ich denke das geht vielen so.”

SCU: “Bei allem was momentan schlecht läuft, wollen wir die guten Dinge nicht aus den Augen verlieren. Es gibt immer noch fünf Mannschaften in der Liga die schlechter platziert sind als die “Irschte Reserve”. Und wer eure Spiele in den letzten Wochen verfolgt hat, der wird bestätigen, dass eure Form sich bessert (7 Punkte aus den letzten 4 Spielen, Anm. d. Red.). Hat das für Dich einen Grund? Seid ihr angekommen im Abstiegskampf?”

Michael: “Ja so ist es. Der Hauptgrund dafür ist sicherlich die Aussprache untereinander. Hier gilt dem Marcus Hild ein großes Lob. Er hat das Thema angesprochen und ins Rollen gebracht. Erst gab es eine Aussprache nur zwischen den Spielern. Nach dem Training hat sich die Mannschaft ohne Trainer getroffen, damit sich jeder zur Lage und den Gründen dafür äußern konnte. Wir wurden uns schnell einig, dass es an uns Spielern liegt wieder Feuer ins Training und die Spiele zu bringen. Allerdings hatten wir auch kleinere Hausaufgaben für unsere Trainer. Diese wurden dann in einer Mannschaftsratsitzung mitgeteilt und auch super aufgenommen. Man kann ja sagen was man will, aber wir haben einfach eine geile Truppe. So wäre es sicher nicht in jeder Mannschaft gelaufen.”

SCU: “Nehmen die Spieler die aktuellen Fortschritte auch selbst wahr? Wie ist die Stimmung innerhalb der Truppe? Auch dieses Jahr richtet der SC Uckerath wieder seine Weihnachtsfeier im Vereinsheim aus und der sportliche Leiter Aloys Krey wird traditionell die aktuellen Statistiken der Seniorenmannschaften verlesen. Bleibt man da lieber direkt fern und streicht die Feier? Oder ist den Jungs doch noch nach Feiern zumute?”

Michael: “Schon beim ersten Training nach der Aussprache habe ich von allen Seiten gehört, dass das Angesprochene auch direkt umgesetzt wurde. Sowohl von uns Spielern, als auch von unseren Trainern. Das setzt sich seitdem in jedem Training und jedem Spiel fort, was man auch an den Ergebnissen sehen kann. Was die Weihnachtsfeier angeht… ich denke die Irschte Reserve wird zahlreich vertreten sein und zeigen, dass wir zumindest die dritte Halbzeit nahezu perfekt beherrschen. Das wird sicher wie immer feucht-fröhlich. Ich hoffe nur der Aloys hat dieses Jahr etwas weniger Zettel dabei für seine Rede.” (lächelt)

SCU: “Aber das Feiern kommt bekanntlich erst nach dem Punkten. Euch stehen die ‘Wochen der Wahrheit’ bevor. In den nächsten drei Spielen spielt ihr gegen Neunkirchen, Allner und Rosbach. Alle drei Gegner stehen unmittelbar hinter euch im Tabellenkeller. Wie bereitet ihr euch auf diese Spiele vor? Die Begegnungen wirken einen enormen Druck auf die Mannschaft aus, sind aber zeitgleich auch eine immense Chance im Abstiegskampf Boden gut zu machen. Vielleicht könnt ihr das Seuchenjahr ja doch einigermaßen versöhnlich abschließen.”

Michael: “Druck verspüre ich ehrlich gesagt keinen – eher Vorfreude. Wenn wir so weiter trainieren wie die letzten Wochen ist das die beste Vorbereitung. Vor den Spielen werden Tom und Luke uns nochmal heiß machen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mindestens 7 Punkte aus diesen drei Spielen holen werden.”

Entweder-Oder

SCU: “Zum Ende der Interviews stellen wir den Interviewten immer noch 3 ‘Entweder-Oder’-Fragen. Bitte entscheide Dich für eine der beiden Optionen.”

SCU: “Familie oder Karriere?”

Michael: “Familie.”

SCU: “Stollen oder Multinocken?”

Michael: “Stollen.”

SCU: “Linkes Twix oder Rechtes Twix?”

Michael: “Rechtes Twix.”

SCU: “Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die restlichen Spiele!”

Michael: “Danke, das wünsche ich Dir auch.”